Funktionelle Anatomie des Menschen



Hormonsystem

Das
Hormonsystem (Endokrines System) ist ein System aus spezialisierten Organen, Geweben und Zellgruppen, das die Steuerung komplexer Körperfunktionen wie Wachstum und Fortpflanzung mit Hilfe von Hormonen (Botenstoffe) vollzieht. Das endokrine System hat eine enge funktionelle Beziehung zum Nervensystem, mit deren Wechselwirkung beschäftigt sich die Neuroendokrinologie. Das endokrine System koordiniert die Kommunikation zwischen verschiedenen Organen durch Hormone, die von bestimmten Zellen innerhalb endokriner Drüsen in den Blutkreislauf abgegeben werden. Die Hormone beeinflussen die Funktion des Zielgewebes, welches ein Endorgan oder eine andere endokrine Drüse sein kann.

Niere mit Hormonen der Nebenniere: 1 = Aldosteron, 2 = Kortison, 3 = Sexualhormone, 4 = Adrenalin, 5 = NoradrenalinÜbersicht endokrine Drüsen bei Frau und MannEierstock Eisprung, Hormone 1 = Progesteron, 2 = Oestrogen

Niere mit Hormonen der Nebenniere: 1 = Aldosteron, 2 = Kortison, 3 = Sexualhormone, 4 = Adrenalin, 5 = Noradrenalin; Übersicht endokrine Drüsen bei Frau und Mann; Eierstock Eisprung, Hormone 1 = Progesteron, 2 = Oestrogen

Hormone sind essenzielle chemische Botenstoffe, die in spezialisierten Drüsen produziert werden und über die Blutbahn Signale zwischen Geweben und Organen übertragen. Die Hormone regulieren lebenswichtige Körperfunktionen wie Stoffwechsel, Wachstum, Fortpflanzung, Energiehaushalt und Stimmung. Das komplexe Hormonsystem reagiert sensibel auf innere und äußere Faktoren.
Hormone werden von speziellen hormonproduzierenden Zellen gebildet, diese finden sich in Drüsen, in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), der Zirbeldrüse (Epiphyse), der Schilddrüse (Glandula thyreoidea, Glandula thyroidea), der Nebenniere (Glandula adrenalis, Glandula suprarenalis), den Inselzellen (Langerhans-Inseln, Langerhanssche Inseln) der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Einige Hormone werden auch von Nervenzellen gebildet, diese nennt man Neurohormone oder Neuropeptide. Hormone des Magen-Darm-Traktes finden sich verteilt in den Krypten. Charakteristisch für die hormonproduzierenden Zellen sind Enzyme, die nur in diesen Zellen vorkommen. Die Freisetzung der Hormone ist individuell für jedes Hormon geregelt. Häufig werden Hormon in der Zelle gespeichert und nach Stimulation durch einen Freisetzungsstimulus freigesetzt.
Über hormonelle Regelkreise erfolgt die Steuerung und die Bildung der meisten Hormone. Die verschiedenen Hormondrüsen stimulieren oder bremsen sich dabei gegenseitig. Auch können Hormone auf ihre eigene Ursprungsdrüse oder eine übergeordnete Drüse einwirken und die Hormonmenge beeinflussen.

Hormonbildung Hormone in Hypophyseendokrine Kerne des Hypothalamus, Vorderlappen und Hinterlappen der Hypophyse

Hormonbildung Hormone in Hypophyse; endokrine Kerne des Hypothalamus, Vorderlappen und Hinterlappen der Hypophyse

Der Hypothalamus (Thalamus ventralis), ein Teil vom Zwischenhirn (Diencephalon), ist als oberstes Regulationszentrum für alle vegetativen und endokrinen Vorgänge zuständig. Die Hypophyse (Hirnanhangdrüse, Glandula pituitaria), eine von straffem Bindegewebe umschlossene haselnussgroße Hormondrüse, ist über den Hypophysenstiel (Infundibulum) mit dem Hypothalamus verbunden ist.
Es gibt Organe mit endokrinen Zellgruppen, z.B. Ovar, Hoden, endokrine Zellen im Magen-Darm-Trakt. Auch Thymus, Herz und Niere produzieren Hormone, doch gelten sie, da diese Organe noch wesentliche andere Aufgaben erfüllen, nicht primär als endokrine Drüsen.

Ca-Regulation bewirken Parathormon der NebenschilddrüseRegelkreis des Hypothalamus-Hypophysen-SystemsBlutzuckerregulation der Bauchspeicheldrüse

Ca-Regulation bewirken Parathormon der Nebenschilddrüse; Regelkreis des Hypothalamus-Hypophysen-Systems; Blutzuckerregulation der Bauchspeicheldrüse

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